Pressemitteilung „Fraktion vor Ort“ Fairer Handel
15. Dez 2015

Rosi Bahnen; Martina Maaßen; Inge Genzen; Ulla Eirmbter

Global denken, lokal handeln: Grüne Abgeordnete besuchen Initiativen für Fairen Handel in NRW

 

Ob Kaffee, Blumen oder Schokolade: Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen immer häufiger fair gehandelte Waren. Von den etwas höheren Preisen der Produkte profitieren vor allem die Erzeugerinnen und Erzeuger in den sogenannten Entwicklungsländern. Um die Vielfalt fairer Produkte zu zeigen und dafür zu sensibilisieren, wie unsere Kaufentscheidungen die Lebensumstände von Menschen in anderen Teilen der Welt beeinflussen, besuchten die Abgeordneten der GRÜNEN Landtagsfraktion in dieser Woche Eine-Welt-Läden und Fair-Handels-Initiativen in ihren Wahlkreisen. Die Abgeordnete Martina Maaßen war daher am 11. Dezember 2015 um im Eine-Welt-Laden in Süchteln zu Gast .

 

Zu ihrem Besuch im Eine-Welt-Laden erklärt Martina Maaßen, MdL:
 

„In vielen Entwicklungsländern arbeiten Menschen für einen Hungerlohn und unter unwürdigen Bedingungen. Wer fair gehandelte Produkte kauft, hilft mit, die Lebensumstände in den Herkunftsregionen zu verbessern. Es ist erfreulich, dass der Markt für faire Waren stetig wächst und sie in immer mehr Supermärkten zu finden sind. Der Anteil am Gesamtsortiment ist aber immer noch zu gering. Die großen Handelsunternehmen wären gut beraten, ihre Geschäftspraktiken nach den Grundsätzen des Fairen Handels auszurichten. Wir wollen das auch für Produkte aus den sogenannten Entwicklungsländern faire Preise gezahlt werden, die einen gerechten Lohn, sichere Arbeitsbedingungen und eine umweltverträgliche Produktion ermöglichen.“

Bei ihren Besuchen haben sich die GRÜNEN Abgeordneten mit Eine-Welt-Läden und Fair-Handels-Initiativen ausgetauscht. Insbesondere interessiert sie dabei, wie die Landespolitik den Fairen Handel fördern und unterstützen kann und vor welchen Herausforderungen die Branche steht.

 

Der Eine Welt Laden in Süchteln, der auch gleichzeitig ein gemütliches Cafe ist, wird vollständig von ehrenamtlich tätigen Menschen betrieben, und ist an drei Tagen in der Woche geöffnet. Die Produktpallette umfasst in erster Linie Nahrungsmittel, wie Kaffee, Tee, Honig, Schokolade. Aber auch Körbe und andere Produkte in einem wechselnden Sortiment werden angeboten. Sämtliche Gewinne kommen Projekten in der dritten Welt zu Gute. Es werden allerdings nur solche Projekte unterstützt, zu deren Initiatoren auch ein guter persönlicher Kontakt besteht.

 

Inge Genzen, die den Eine Welt Laden 1994 schon mit gegründet hat erklärt: „Fairer Handel und Entwicklungshilfe sind unglaublich wichtig, damit es den Menschen in ihren Heimatländern gut geht. Damit bekämpfen wir eine große Fluchtursache und letztlich müssen wir uns auch klar machen, dass auch unsere Wirtschaft und damit auch wir von der Entwicklungshilfe deutlich profitieren.“

 

Ulla Eirmbter, die sich mit dem „Forum eine Welt“ seit vielen Jahren dafür stark macht, dass in Viersen mehr fair gehandelte Produkte erhältlich sind, und Viersen auch den Titel „Fairtrade-Town“ erhält fährt fort: „Und wenn man ehrlich ist, sind ein paar Cent mehr für eine Tasse Kaffee für die meisten Menschen hier kein Problem, im Produktionsland könnte man damit helfen, dass Menschen sich vernünftig ernähren können, und sich medizinische Versorgung und Bildung leisten können. Aber oft sind es gerade die Menschen, die es sich leisten könnten, denen 7-10 Euro für ein Pfund Kaffee zu viel sind.“

 

Hintergrund:

2014 haben die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland rund eine Milliarde Euro für fair gehandelte Produkte ausgegeben. Das entsprach laut dem „Forum Fairer Handel“ einem Wachstum von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Lebensmittel machten dabei über 70 Prozent des Absatzes aus. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie der Schweiz oder Großbritannien hinkt der Fair-Handels-Sektor in Deutschland jedoch hinterher. Trotz der positiven Entwicklung mit konstant zweistelligen Wachstumsraten gaben die Bürgerinnen und Bürger in der Schweiz pro Kopf mehr als vier Mal so viel Geld für fair gehandelte Produkte aus. Den meisten Umsatz machen faire Händlerinnen und Händler mit Kaffee. 2014 machte er 38 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

(Quelle: www.forum-fairer-handel.de/fairer-handel/zahlen-fakten/)