
Gruppenbild vor der Fahrradtour

von links: Christoph Scallies; Bettina Herlitzius; Martina Maaßen; Arndt Klocke; hinten: Jochen Schaumburg
Am Mittwoch hatte die Direktkandidatin der Grünen im Wahlkreis Viersen I, Martina Maaßen, Prominenz aus Bund und Land zu einer Fahrradtour durch Viersen eingeladen. Startpunkt war die Kreisgeschäftsstelle im Viersener Bahnhof. Der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion Arndt Klocke und Bettina Herlitzius, MdB und Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestags, konnten so beim 1. Stop im Rahser, einen Eindruck davon bekommen, was es für die Stadt Viersen bedeuten würde, wenn die Viersener Kurve gebaut würde. Weiter ging es nach Dülken. Hier waren die Gabionenwand und die Erfahrungen damit Thema. Jürgen Tenhagen von der Bürgerinitiative gegen Bahnlärm berichtete vom zähen, jahrelangen Ringen um die Verbesserung des Lärmschutzes für die Anwohner an der Mevissenstrasse. Er sieht allerdings die Gabionenwand, wie sie heute dasteht nur als einen Teilerfolg an. Die Wand ist mit ihren 2 Metern Höhe nicht hoch genug um die Verlärmung auch in den oberen Geschossen der Häuser zu reduzieren. Tenhagen: „Die Wand müsste doppelt so hoch sein damit wir in den Schlafräumen unserer Häuser in der 1. und 2. Etage endlich eine vernünftige Nachtruhe bekämen.“ Die BI steht dem 2-gleisigen Ausbau der Bahnstrecke Dülken – Kaldenkirchen kritisch gegenüber was von den Politikern durchaus verstanden wird. Klocke und Herlitzius betonten übereinstimmend, dass der Ausbau für den Kreis Viersen verkehrs- und wirtschaftspolitisch sinnvoll ist und von Grünen gewollt wird, allerdings geht das nicht ohne ausreichenden Lärmschutz für die Anwohner. An der eingleisigen Strecke entlang war der Bahnhof Boisheim mit seinen Park & Ride Angebot und den Fahrradboxen nächstes Ziel.
Bei der 11/2 stündigen Diskussion im gut gefüllten Saal des „Conny’s come in“ wurde lebhaft über Möbilität und demographischen Wandel diskutiert. Die Forderung aus dem Plenum: „Wir brauchen Radwegeausbau nach niederländischem Modell und bessere Möglichkeiten Radverkehr und ÖPNV miteinander zu verbinden.“ Bei Arndt Klocke wurden mit dieser Forderung offene Türen eingerannt. „ Das ist eines der Themen, die mir besonders am Herzen liegen. In den vergangenen 2 Jahren haben wir im Land die Mittel für Radwegebau verdreifacht und die Arbeitsgemeinschaft „Fahrradfreundliche Städte“ unterstützt. Es gibt inzwischen eine Graswurzelbewegung in Sachen Radmobilität, was ich sehr begrüße. Das Fahrrad wird zunehmend als Verkehrsmittel und nicht nur als Freizeit-oder Sportgerät betrachtet.“ Die Landesgrünen wollen in den nächsten 5 Jahren deutlich mehr Geld für Infrastrukturmaßnahmen in die Hand nehmen. Denn wenn ein gutes Angebot vorhanden ist wird es auch genutzt. Bettina Herlitzius sieht hier auch den Bund in der Pflicht. Im Rahmen des nationalen Radwegekonzeptes werden vom Bund keine oder nur unzureichende Mittel bereitgestellt.
Einigkeit herrschte darüber, dass man der zu befürchtenden Landflucht im Zuge des demographischen Wandels etwas entgegensetzten muss. Wir wollen nicht, dass es wie in Ostdeutschland zu sehen, ganze entvölkerte Landstriche bei uns gibt. Der ländliche Raum als Kultur- und Erholungsraum muss eine gute Anbindung durch ÖPNV und Bahn an die Oberzentren erhalten. Die Kombination Rad/ÖPNV wird z.B. durch kostenlose Mitnahme von Fahrrädern und Fahrradboxen an Bahnhöfen erst sinnvoll möglich gemacht. Diese Maßnahmen dienen der Bevölkerung auf dem Land, aber auch den Menschen aus den Ballungsräumen, die gerne die Touristischen Angebote auf dem Land nutzen möchten. Radtourismus ist schon heute ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum und wird in den nächsten Jahren hoffentlich noch deutliche Zuwächse erfahren.
Für Martina Maaßen steht fest, der heutige Abend war ein Einstieg in einen Themenbereich, der in den nächsten 5 Jahren im Kreis und im Land intensiv bearbeitet werden muss.